fortleben

Eine Beleuchtung der persönlichen Geschichte

Die Lichtinstallation mit projizierter Malerei in der ehemaligen Ehrenhalle, „dem Tempel des Vaterlandes“ aus der NS-Zeit auf dem Gelände des Kriegsgräberfriedhofes Lilienthalstrasse, befasst sich exemplarisch mit den Leben und Taten der eigenen Großeltern.

„fortleben“ ist eine Beleuchtung der persönlichen Geschichte. Nicht einzelne, verrückte Monster begangen die uns Allen bekannten Taten menschlicher Grausamkeit, sondern ein ganzes Volk und somit auch die eigenen Großeltern leisteten ihren Beitrag. Hinterher führten sie ein ganz normales Leben als Pastor, als Mutter von vier Kindern, im Rahmen einer sozialen Gemeinschaft, niemals zur Verantwortung gezogen, niemals über das geredet was damals geschah. 

Für die Vertreter der dritten Generation geht es nicht nur um die Taten von damals und die „zweite Schuld“ danach, sondern um die Aufdeckung fortlebender Strukturen als Fundament unserer Familien und unserer Gesellschaft.

Was sind die Hintergründe, woher kommen die Strukturen die zu solchen Taten führten?

Kann es sein, dass das was gestern, aus tiefster Überzeugung, Motor für die grausamen Taten war, die für so viel Leid (das der Anderen aber auch das eigene) geführt haben, heute einfach nicht mehr da ist?

NASE Milenkovic&Seitz 2013